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Historisches

Greizer Zeitung vom 5.5.1927

Unser Ort wird urkundlich: 1489 Behemdorf, Behmsdorf, Böhmsdorf, 1533 Niedernbehmsdorf, Niederböhmsdorf, heute dagegen Niederböhmersdorf, im Volksmunde "Biehmersdorf".

Der Name des Dorfes, sowie die Anlage seiner Häusergruppe deutet auf einen altsorbischen Ursprung. Die Annahme, daß der Ort z.Zt. des Johann Huß durch vertriebene Böhmen gegründet worden sei, ist unhaltbar, weil der Name "böhmisch"; schon vor dieser Zeit als Lokalname hier und in der Umgegend vorkommt. Sein Gegensatz ist ist Oberböhmersdorf bei Schleiz.

Der Ort besteht aus einer Hauptstraße mit zwei Häuserreihen; dazwischen lagen zwei Teiche, wovon der untere zugeschüttet wurde. Man bemerkt deutlich zwei slawische Rundgruppen der Häuser. Die am Wege nach Mehla gelegene Häuserzeile heißt der "Busch". Früher gehörte der Ort zur Kirche in Hohenleuben, jetzt nach Triebes. 1858 war er auch nach Triebes geschult.

Seit dieser Zeit hat er eine eigene Schule. Einst stand im Orte die Weberei in der Blüte. Der Absatz ging nach Zeulenroda, Greiz und Sachsen. Bauern gab es wenige. Jetzt arbeiten Leute in der Triebeser Jutefabrik und in anderen Triebeser und Zeulenrodaer Werken. Seit uralter Zeit ist die Windmühle das Wahrzeichen von Niederböhmersdorf. Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts hatten dort ein Schleizer und ein Köstritzer Förster ihren Sitz. Der eine kam dann nach Neuärgerniß.

Die Obergerichte über den Ort waren von Anfang an landesherrlich, kamen am Ende des 17. Jahrhunderts an die Gerichtsbarkeit (Köstritz) zu Hohenleuben. Die Erbgerichte und Lehen hatten die Rittergüter zu Reichenfels, Triebes und Weißendorf und die Pfarrei zu Hohenleuben mit Ausnahme eines Bauerngutes, dessen Gerichtsbarkeit dem Landesherrn zustand.

Quelle: Greizer Zeitung vom 5.5.1927; No.:104; Beiblatt: Vergangenheit und Gegenwart No.:10/1927
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