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Bauwerke | Zscherlichbrücke
"Baumschulenbrücke" wird 95 Jahre alt
Die Zeulenrodaer Zscherlichbrücke wird 95 Jahre alt.
Einst wurde die Eisenbahnbrücke geplant und gebaut, um als Teil einer
modernen Verkehrsanbindung zu dienen, die direkt in das Herz der
Zeulenrodaer Wirtschaft reichen sollte. Viel Zeit ist vergangen seit
1913, dem Jahr der Brückenfertigstellung. Aber leider war die Zeit der
Brücke von zwei Kriegen und weiteren Wirren der Geschichte geprägt.
Unzählige schnaufende Dampflokomotiven zogen ihre Last auf der
Stichstrecke vom Unteren zum Oberen Bahnhof und zurück. Manch
Urlaubsreise begann und endete mit einer Fahrt über die
Zscherlichbrücke. Aber auch in tausenden Güterwaggons wurde Fracht auf
diesem Wege von und nach Zeulenroda befördert. In diesem Zeitraum wurde
die Dampflok von der Diesellok abgelöst. Aber bekanntlich hat früher
oder später alles ein Ende. 1996 hielt das letzte Mal ein Zug, eine
Diesellok mit einem Personenwaggon am Oberen Bahnhof. Eine ära ging zu
Ende, die Strecke zum Unteren Bahnhof wurde stillgelegt. Die Brücke
steht seit dem sozusagen auf dem Abstellgleis.
Wer wissen möchte, wie eine solch stattliche Brücke ihren Ruhestand
genießt, sollte bei ihr doch vorbeischauen und zum Geburtstag
gratulieren. Als "Baumschulenbrücke kann man sie jetzt bezeichnen, denn
zurzeit nutzen bis zu drei Meter hohe Kiefern das Schotterbett und die
rostigen Schienen der Brücke als Lebensraum. Schade um das schöne
Bauwerk.
Die Zscherlichbrücke ist am besten über Niederböhmersdorf zu erreichen.
Auch wenn kein Schild oder keine Absperrung darauf hinweist, die Brücke
sollte nicht betreten werden, denn es kann Gefahr für Leib und Leben
bestehen.
Niederböhmersdorf, 11.04.2008 (OTZ/Steininger)
OTZ-Artikel als PDF-Datei (84 KB)
OTZ (Ostthüringer Zeitung), Lokalausgabe Zeulenroda-Triebes